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Klimaschutz von unten: Wie kommen wir vom Wissen zum Handeln?

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21. Dezember 2021

Ein Gastbeitrag von Wolfgang Gründinger, Enpal (BNW-Mitglied).

In Deutschland haben knapp 90% aller geeigneten Dächer keine Solaranlage, sagt das Forschungsinstitut eupd. Wenn alle etwas tun wollen, um die Klimakrise zu bekämpfen: Warum haben dann so wenige Menschen eine Solaranlage? Der Sozialwissenschaftler Harald Welzer hat eine einfache Antwort: Das eigene Verhalten umzustellen, kostet oft Kraft und Energie, oft auch Zeit und Geld. Die Menschen, sagt Welzer, brauchen daher einen “Primärnutzen”: Das Neue muss einfach sein, bequem, besser als bisher, und sollte am besten Zeit und Geld sparen. Erst dann würden die meisten Menschen ihr Verhalten ändern. Dass sie nebenbei auch noch das Klima schützen, ist zwar der eigentliche Zweck - aber aus Sicht der Menschen nur der “Sekundärnutzen”, um in Welzers Worten zu bleiben. So war das auch bei der Solarenergie. Wer eine Solaranlage wollte, musste sich mit einigem herumschlagen: einen Kredit aufnehmen oder das Ersparte opfern, einen vertrauenswürdigen Installateur finden, sich um Versicherung und Wartung kümmern usw. Für jemanden, der:die zum ersten Mal eine Solaranlage möchte, bedeutet das oft Stress und Kopfzerbrechen. Hier setzt die Miet-Lösung an, wie sie z.B. Enpal anbietet: Wer eine Solaranlage möchte, kann sie auch mieten statt kaufen. So spart man sich die hohen Anschaffungskosten von oft über 15.000 Euro und braucht keinen Kredit. In der Miete ist alles komplett inklusive: Beratung, Installation, Reparatur, Monitoring, Versicherung, Ersatz defekter Bestandteile wie des Wechselrichters, Tausch der Batterie usw. Es handelt sich immer um einen Festpreis, der immer stabil bleibt. So hat man ein Rundum-Sorglos-Paket. Man braucht sich um nichts zu kümmern und kann einfach auf der App zusehen, wie der Strom fließt. Nach 20 Jahren erhält der:die Kund:in die Solaranlage (fast) geschenkt - zum symbolischen Preis von einem Euro. Dann hat die Anlage noch immer eine garantierte Leistung von mindestens 85 Prozent, und liefert noch viele Jahre weiterhin fleißig sauberen Strom - kostenlos vom eigenen Dach. Viele Menschen wollen zum Teil der Energiewende werden - wenn man es ihnen einfach macht, mitzumachen. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, brauchen wir alle helfenden Hände!

Wolfgang Gründinger, Enpal Wolfgang Gründinger ist "Chief Evangelist" beim Berliner Solar-Start-up Enpal. Als Lobbyist für die dezentrale Energiewende will er möglichst viele Menschen und Unternehmen für Solarenergie begeistern.